Kassenärztliche Bundesvereinigung droht mit Ärger

Nullrunde im Gesundheitswesen

Eine Nullrunde bei Ärzten und Krankenhäusern im kommenden Jahr birgt nach Ansicht des Klinikärzteverbandes Marburger Bund massiven "sozialen Sprengstoff". Ein Einfrieren von Honoraren und Ausgaben würde die medizinische Versorgung verschlechtern und letztlich die Patienten bestrafen, warnte Verbandspräsident Frank Ulrich Montgomery am Mittwoch in Köln. Er verwies darauf, dass die niedergelassenen Ärzte wie auch die Krankenhäuser aufgrund der restriktiven Budgetierung bereits erhebliche Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung hätten. Laut Zeitungsberichten will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) durch eine Nullrunde bei Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern im kommenden Jahr 1,1 Milliarden Euro einsparen.

"Weil die Bundesregierung offensichtlich kein sachgerechtes Konzept gegen das chronische Finanzdefizit des Gesundheitswesens hat, will sie nun den Versicherten per Gesetz vorschreiben, wann und wie oft sie krank werden dürfen", sagte er.

Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, drohte der Bundesregierung "erheblichen Ärger" an. Eine Nullrunde werde auf massiven Widerstand der Ärzte stoßen. Die Arzthonorare stiegen schon seit Jahren unterhalb der Inflationsrate, sagte Stahl. Ein Einfrieren der Ausgaben und Löhne würde die flächendeckende medizinische Versorgung gefährden. So werde etwa beim Medizinernachwuchs das Interesse am Arztberuf weiter abnehmen.