Angebliche Holzschnitzereien waren aus Elfenbein

Schmuggler aufgeflogen

Ein weltweit agierender Ring von Elefantenwilderern und Elfenbeinschmugglern ist aufgeflogen, wie der Artenschutzverband Pro Wildlife berichtet. Er hatte zusammen mit der englischen Organisation EIA (Environmental Investigation Agency) eine Studie zu Schmuggelwegen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis dokumentiert die Zusammenarbeit von Wilderern in Sambia, einem Elfenbein-Schmugglerring in Malawi und Mozambique (Afrika) bis hin zu den Endabnehmern in Singapur, Hongkong, China und Japan. Mindestens 19 Lieferungen illegalen Elfenbeins aus Afrika, offiziell deklariert als "Steinskulpturen" oder "Holzschnitzereien", seien in den vergangenen Jahren nach Fernost geschmuggelt worden.

Die Studie veröffentliche Lieferscheine, Quittungen und Auszüge aus den Notizbüchern der Initiatoren. Abnehmer der Schmuggelware, die nach den Berichten vor allem über den Hafen von Singapur eingeschifft wurde, waren Firmen in Hongkong. Von dort sei die Ware weiter nach China und Japan gegangen.

Pro Wildlife, deutsche Partnerorganisation der EIA, fordert die Teilnehmer der kommenden Montag beginnenden Artenschutzkonferenz in Santiago / Chile auf, alle vorliegenden Anträge auf eine Freigabe des Elfenbeinhandels abzulehnen und den höchsten Schutz für alle Elefantenpopulationen wiederherzustellen. Die 12. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens findet vom 3. bis 15. Novermber statt. Zur Abstimmung stehen u.a. die Anträge von fünf südafrikanischen Ländern (Simbabwe, Namibia, Botswana, Sambia und Südafrika), den Verkauf von 87 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen und zukünftig 12 Tonnen Elfenbein jährlich freizugeben. Bereits auf der WA-Konferenz 1997 konnten drei dieser Länder (Namibia, Botswana und Simbabwe) den Schutzstatus für ihre nationalen Elefantenbestände lockern und den einmaligen Verkauf von insgesamt 50 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen durchsetzen, das im Folgejahr exklusiv nach Japan exportiert wurde.