Widerstand gegen Verkauf des Kabelnetzes

Telekom kämpft mit Schwierigkeiten

Die Deutsche Telekom stößt beim Verkauf ihrer Kabelnetze offenbar auf den Widerstand der deutschen Fernseh- und Rundfunkaufseher. Diese hätten den Abbruch des Verkaufs gefordert, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag, unter Berufung auf einen Brief des Vorsitzenden der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD). Beck ist gleichzeitig Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder, die die deutsche Rundfunkpolitik wesentlich mitbestimmt.

Den Informationen zufolge sollen die Länder "auf den Bund einwirken", um ein Moratorium bei dem Verkauf durchzusetzen, berichtet der Nachrichtendienst ddp. Anderenfalls sei mit der Verfehlung aller medienpolitischen Ziele des Verkaufs zu rechnen, heißt es demnach in dem Schreiben. Die Fernsehaufseher befürchten, dass bei dem Kabelnetzverkauf die von ihnen angestrebte Modernisierung des technisch veralteten Netzes auf der Strecke bleibe. Auch eine Verhinderung der Digitalisierung des Fernsehens sowie der Nutzung des Kabels als schneller Internetzugang sei möglich. Die Telekom erhofft sich aus dem Verkauf einen Milliardenerlös zur Verringerung des eigenen Schuldenberges. Ein Abschluss des Geschäfts lässt allerdings schon seit über einem Jahr auf sich warten.