RWE erhält Genehmigung für erstes Atom-Zwischenlager in Deutschland

Brennelemente zwischengelagert – Endlager ungeklärt

Die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH, eine Mehrheitsbeteiligung der RWE Power, haben am Montag auf dem Postweg die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilte atomrechtliche Genehmigung für das Standort-Zwischenlager des Kernkraftwerks Emsland in Lingen erhalten. In dem Lager werden künftig verbrauchte Brennelemente des Kraftwerks in so genannten Castor-Behältern für maximal 40 Jahre zwischengelagert. Damit geht in Lingen das erste Standort-Zwischenlager Deutschlands in Betrieb, das nach der Änderung des Entsorgungskonzeptes errichtet wurde. Die an anderen Kernkraftwerksstandorten geplanten Standort-Zwischenlager sollen bis voraussichtlich 2005 fertig gestellt werden.

Die atomrechtliche Genehmigung für das neue Lager wurde am 22. Dezember 1998 beim BfS beantragt. Nach Erteilung einer Baugenehmigung durch die Untere Baubehörde der Stadt Lingen am 27. September 2000 wurde das neue Lager nach nur 18-monatiger Bauzeit fertig gestellt. Die neue Halle ist 110 Meter lang, 27 Meter breit und 20 Meter hoch; sie bietet Platz für insgesamt 130 Behälter. Die Gesamtkosten betrugen rund 25 Millionen Euro.

Mit der Einlagerung der ersten Behälter soll in Kürze begonnen werden. Das neue Standort-Zwischenlager soll die Entsorgung des Kernkraftwerks Emsland sichern, bis der Bund seiner Verpflichtung nachgekommen ist, ein Endlager bereitzustellen.