Vorerst soll es keinen Grenzwert für Acrylamid geben

Lebensmittelbelastung durch Acrylamid

In der Debatte um die Lebensmittelbelastung durch Acrylamid prüft die Bundesregierung die Einführung von Grenzwerten. Derzeit liefen dazu die Untersuchungen, sagte der Parlamentarische Verbraucherschutz-Staatssekretär Matthias Berninger (Grüne) am Mittwoch im Bundestag in Berlin. Diese Daten sollen Mitte nächsten Jahres vorliegen. Erst danach solle über Konsequenzen entscheiden werden, da solche Grenzwerte "erheblich" in Produktion und Konsumgewohnheiten eingreifen würden. Allein bei Knäckebroten liege dieser Wert über 30 Mikrogramm pro Kilogramm. Besonders frittierte, gebackene und gebratene Kartoffel- und Getreideprodukte sind laut jüngsten Untersuchungen mit Acrylamid belastet.

Nach Angaben des Europäischen Verbraucherschutzzentrums in Kiel konnte im Tierversuch für Acrylamid eine erbgutschädigende, nervenschädigende und krebserregende Wirkung nachgewiesen werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht als zulässige Höchstmenge für Menschen die Einnahme von einem Mikrogramm pro Tag und Kilogramm Körpergewicht an. Berninger bestätigte, dass Acrylamid mittlerweile von Wissenschaftlern als ernstzunehmendes Problem eingestuft werde. Daher habe die Bundesregierung bereits ein Minimierungsprogramm für die Acrylamid-Konzentration aufgelegt. Weitere Forschungen seien jedoch nötig, da Konzentrationen von 30 bis 1500 Mikrogramm pro Kilogramm bei der Lebensmittelherstellung auftreten.