Besserer Schutz für Asiens Großkatzen und drei Papageienarten

Artenschutzkonferenz in Chile

Der Naturschutzbund NABU und die Environmental Investigation Agency (EIA) haben sich bei der Internationalen Artenschutzkonferenz (CITES) in Santiago de Chile erfolgreich für den Schutz der akut vom Aussterben bedrohten asiatischen Großkatzen Schneeleopard, Nebelparder und Asiatischer Leopard eingesetzt. Ein von Indien eingebrachter und von anderen asiatischen Herkunftsländern unterstützter Antrag wurde trotz erbitterten Widerstand Chinas mit großer Mehrheit angenommen. Künftig werden für die genannten Arten die gleichen Schutzmaßnahmen gelten wie für den Tiger. Weiterhin ist für drei hochbedrohte Papageienarten der Handel weltweit gestoppt worden. Den höchstmöglichen Schutz erhalten künftig Gelbnacken- und Gelbscheitel-Amazonen sowie Blaukopfaras aus Lateinamerika.

Alle drei Arten wurden durch die heutige WA-Entscheidung von Anhang II (kontrollierter Handel) in Anhang I (absolutes Handelsverbot) heraufgestuft. Für Pro Wildlife ist dies die einzig mögliche Konsequenz aus dem Rückgang der Wildbestände: "Der internationale Heimtierhandel ist immer noch eine immense Gefahr für viele Vögel, Reptilien, Frösche und Fische. Der Trend zum exotischen Haustier hält leider immer noch an, und immer neue Arten sind hiervon bedroht. Um so wichtiger ist der nun weltweit strengstmögliche Schutz der drei Papageien durch das WA", so Pro Wildlife.

Zum Schutzstatus der asiatische Raubkatzen sagte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Schneeleopardenprojekts: "Diese Entscheidung war überfällig, denn Schneeleopard, Nebelparder und Asiatischer Leopard sind im gleichen Maße durch Wilderei und illegalen internationalen Handel bedroht wie der Tiger". Die Knochen der asiatischen Großkatzen werden vermehrt als Ersatz für Tigerknochen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt. Dazu bedrohen der illegale Handel von Fellen und ein zunehmender Verlust der Lebensräume das Überleben von Schneeleopard, Nebelparder und Asiatischem Leopard. "Die durch die Resolution erreichten Verbesserungen in Gesetzgebung und Vollzug sind die zentralen Bausteine, um Asiens Großkatzen besser vor Kriminellen zu schützen", so Dexel.

Die EIA setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz der Tiger ein und hat vor allem mit Undercover-Untersuchungen zum illegalen Handel mit Tigern dazu beigetragen, dass die CITES-Vertragsstaaten vor zwei Jahren strenge und weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Tiger beschlossen hatten. Der NABU setzt sich seit 1998 zusammen mit der kirgisischen Regierung für den Schutz der letzten Schneeleoparden ein und war die erste Organisation, die zur Vertragsstaatenkonferenz einen Report zum illegalen Handel mit Schneeleoparden veröffentlichte. Debbie Banks, Senior Campaignerin der EIA, und Birga Dexel äußerten die Erwartung, dass künftig alle asiatischen Großkatzen von einer erhöhten internationalen Aufmerksamkeit profitieren werden.