Intelligente Waldbewirtschaftung gegen Kinderarbeit und Prostitution

Kenia

Die Kindernothilfe und der Naturschutzbund NABU starten eine gemeinsame Spendenaktion für Projekte der beiden Organisationen rund um den kenianischen Arabuko-Sokoke-Wald. Neue Einkommensquellen wie Pilzfarmen und Medizinpflanzen-Kulturen sollen dort den Menschen ein Auskommen sichern, so dass sie nicht mehr auf Raubbau an der Natur angewiesen sind. Kinder sollen so vor Ausbeutung durch Kinderarbeit und Prostitution geschützt werden.

Der 420 Quadratkilometer große Arabuko-Sokoke-Wald bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Etliche davon wie die Sokokeeule leben nur noch in diesem letzten erhaltenen trockenen Küstenwald Ostafrikas. Doch der Wald und seine Bewohner sind bedroht. Denn rund um den Wald sind die Menschen so arm, dass sie heimlich Bäume fällen und Tiere jagen müssen, um zu überleben.

"Der Grundgedanke der Allianz zwischen Kindernothilfe und NABU ist einfach", erklärt Jochen Flasbarth, Präsident des NABU. "Nur in einer intakten Umwelt haben Kinder positive Zukunftschancen. Und anders herum gilt: Nur wo Menschen ein gesichertes Auskommen haben, sind sie nicht angewiesen auf Raubbau an der Natur."

Darum arbeiten Kindernothilfe und NABU zusammen. Für Erwachsene schaffen sie alternative Einkommensquellen: Bienen- und Schmetterlingszuchten, Pilzfarmen und Medizinpflanzen-Kulturen. Baumschulen entstehen, um den Holzbedarf der Menschen zu decken. Sie lernen außerdem, Matten und Körbe aus Palmblättern zu produzieren. Darüber hinaus wird das Gebiet für den Ökotourismus erschlossen. Die Einnahmen aus diesen alternativen Einkommensquellen sichern nicht nur das Überleben. Mit dem Geld zahlen Eltern ihren Kindern den Schulbesuch.

"Die Verbindung von Naturschutz und familienbezogener Entwicklungshilfe trägt dazu bei, Kinder und Jugendliche vor ausbeuterischer Kinderarbeit und Kinderprostitution im Tourismussektor zu bewahren", erklärt Dr. Werner Hoerschelmann, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe, einen weiteren Nutzen des Projektes. Denn viele arme Familien aus dem Umfeld des Waldes wandern in die Touristenzentren ab.

Im Sommer 2002 gingen die Kindernothilfe und der Naturschutzbund eine strategische Allianz ein. Unter dem Motto "Gemeinsam stark für Mensch und Natur" verbinden die beiden Organisationen damit Entwicklungszusammenarbeit und Ressourcenschutz. Nach nur wenigen Monaten Zusammenarbeit können die Kooperationspartner ihren ersten Erfolg verzeichnen: Die einsturzgefährdete Grundschule von Bogamachuko wurde renoviert und vor wenigen Wochen eingeweiht.