FDP muss Rechenschaftsbericht korrigieren

FDP-Finanzaffäre weitet sich aus

Die Finanzaffäre der nordrhein-westfälischen FDP weitet sich immer mehr aus. Wie FDP-Bundesschatzmeister Günter Rexrodt am Mittwoch in Berlin sagte, muss der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2000 korrigiert werden. Darüber habe er am Vortag auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) informiert. Laut Rechenschaftsbericht habe das Spendenaufkommen in Nordrhein-Westfalen im Jahr der Landtagswahl 2000 bei 2,2 Millionen Mark gelegen, sagte Rexrodt. In den vergangenen Tagen erfolgte Prüfungen hätten ergeben, dass auf das Konto des NRW-Landesverbandes bei der Deutschen Bank in Düsseldorf im Jahr 2000 insgesamt 176 Spenden eingegangen seien, darunter 41 erkennbare Barüberweisungen.

Zwei der Barspenden stammten von Mitgliedern, deren Anschriften korrekt vermerkt seien, erläuterte Rexrodt weiter. Auch für die übrigen Spenden seien in der Landesgeschäftsstelle vollständige Adressen und Namen verzeichnet. Bei so genannten Plausibilitätsprüfungen in den vergangenen Tagen seien diese Angaben dann mit öffentlich zugänglichen Verzeichnissen wie Telefondatenbanken verglichen worden. Dabei habe in 38 Fällen "unter der angegebenen Adresse eine Person des verzeichneten Namens nicht festgestellt werden" können. Dabei gehe es um einen Betrag um mehrere hunderttausend Mark.

Von den 76 Überweisungen stammten Rexrodt zufolge 39 von Nichtmitgliedern. Hier habe bei der Plausibilitätsprüfung in 26 Fällen den Spender nicht identifiziernen können. Auch dabei gehe es um einen Betrag von mehreren hunderttausend Mark.