Ein Mikrochip benötigt 32 kg Wasser

Forscher veröffentlichen Studie zum Energiebedarf

Mikrochips haben laut einer aktuellen Studie der United Nations University in Tokio/Japan einen größeren Einfluss auf die Umwelt als bisher bekannt. Den Forscher zufolge, werden zur Produktion eines einzigen Zwei-Gramm- Chips mindestens 32 Kilogramm Wasser, 72 Gramm Chemikalien und 1,6 Kilogramm fossile Brennstoffe benötigt. Im Vergleich mit herkömmlichen Produkten wie Fahrzeugen wird der übermäßige Energiebedarf deutlich, so die Forscher. Die Herstellung eines einsitzigen Pkws benötigt laut Wissenschaftlern rund 1.500 Kilogramm fossile Brennstoffe.

Die Forscher um Eric Williams erstellten eine Material- und Energiebilanz eines 32-Megabyte-DRAM-Chips. Sie verfolgten dessen Lebenszyklus durch jeden Produktionsschritt vom Rohmaterial bis hin zum Endprodukt. Im Zuge dessen schätzte das Team die beim Produktionsprozess benötigte Gesamtenergie und den fossilen Brennstoff- und Chemikalienverbrauch. Demnach werde nur ein Viertel der insgesamt benötigten Energie für die eigentliche Funktion des Mikrochips gebraucht. Rund die Hälfte davon gehe für die Produktion von hochreinem Silizium aus Rohsilizium auf.

Die Ergebnisse haben wesentliche Auswirkungen auf die Diskussion der Dematerialisation, also jenem Konzept, bei dem der technologische Fortschritt zu einer drastischen Reduktion des Materialanteils und Energieverbrauchs des produzierten Gutes führen sollte. Mikrochips werden aufgrund der enormen Leistungsfähigkeit bei minimaler Größe häufig als Paradebeispiel der Dematerialisation angeführt. Die neuen Ergebnisse führen zu der Annahme, dass dies nicht der Fall ist.