Ärzteverbände wollen gegen Einsparungen streiken

Nullrunde im Gesundheitswesen

Der Klinikärzteverband Marburger Bund befürchtet infolge der geplanten Nullrunde im Gesundheitswesen den Abbau von 40 000 bis 50 000 Stellen in Krankenhäusern. Betroffen seien vor allem Arbeitsplätze im Pflegesektor, sagte Verbandspräsident Frank Ulrich Montgomery am Freitag in Berlin. Auch 5000 Ärztestellen seien in Gefahr, obwohl in den deutschen Hospitälern schon jetzt 15 000 Mediziner fehlten. Am Donnerstag hatten bereits Bundesärztekammer, Apothekerschaft und Krankenhausgesellschaft vor einer massiven Verschlechterung der Patientenversorgung infolge des Sparpakets von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gewarnt. Gemeinsam wollen die Verbände am Dienstag eine Großdemonstration vor dem Brandenburger Tor veranstalten.

Montgomery begründete den von ihm prognostizierten Stellenabbau mit den erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 Prozent. Wegen der Ausgabendeckelung sei für die Tarifsteigerungen kein Geld vorhanden. Schon jetzt reiche die Grundlohnsummensteigerung von 0,81 Prozent nicht aus, um die Inflation abzudecken. Montgomery bemängelte weiter, dass "das Eingeständnis einer völlig verhunzten Gesundheitspolitik einer "politischen Bankrotterklärung" gleichkomme.