Auslandseinsätze zehnmal teurer - Wehrpflicht schwer vermittelbar

Bundeswehr

Die Kosten für die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben sich in den vergangenen fünf Jahren fast verzehnfacht. 1998 wurden für solche Einsätze noch 186 Millionen Euro ausgegeben. In diesem Jahr werden sich die Ausgaben auf 1,568 Milliarden Euro belaufen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der PDS hervorgeht. Die Einsatzkosten der vergangenen fünf Jahre liegen den Angaben zufolge insgesamt bei gut 4,1 Milliarden Euro.

Der Chef des Deutschen Bundeswehr-Verbandes, Bernhard Gertz, sieht mittelfristig Legitimationsprobleme für die Rekrutierung von Soldaten. Wenn sich der Auftrag der Bundeswehr in Richtung Konfliktregulierung und Krisenbewältigungseinsätze verändere, dann werde es "nicht leichter", den Menschen zu vermitteln, dass dies mit dem Pflichtdienst verbunden sein müsse, sagte Gertz am Freitag im Deutschlandfunk.

Der Verbandschef begrüßte zugleich die Sparpläne von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD). Zwar betätige sich Struck nur als "Insolvenzverwalter". Da aber mehr Geld für die Streitkräfte nicht zu erwarten seien, stellten die Pläne des Ministers einen Versuch dar, notwendigen Aufwand und Mittel in ein angemessenes Verhältnis zueinander zu bringen. Gespart werde vor allem bei Gerät für die Landesverteidigung. Hierfür gebe es noch immer zu viele schwere gepanzerte Fahrzeuge, zu viel Artillerie und zu viel Flugabwehrverbände.