Bio-Siegel schadet Öko-Bauern

Ökolandbau

Der Ökolandbau leidet überdurchschnittlich unter Einkommenseinbußen. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) verdienten die Biobauern im abgelaufenen Wirtschaftsjahr um 15 Prozent weniger - der Bundesdurchschnitt lag bei 13 Prozent Minus. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner machte am Dienstag in München die Einführung des deutschen Bio-Siegels für die Öko-Krise verantwortlich. Der Bauernpräsident beklagte, die niedrigen offiziellen Ökostandards der EU und des deutschen Bio-Siegels lägen weit unter den Richtwerten, die von den meisten deutschen Biobauern erfüllt werden.

Dennoch ließen sich für die höherwertigen Produkte keine angemessenen Preise erzielen, da der Wettbewerbsdruck durch ausländische Produzenten zu groß sei. Jetzt liefen die Öko-Bauern Gefahr, vom Preisdruck "in die Knie" gezwungen zu werden. Entweder müssten die Standards der EG-Verordnung oder die für das deutsche Bio-Siegel angehoben werden, forderte Sonnleitner.

"Die größten Einkommensprobleme haben die Bauern bei der Milchproduktion", erläuterte Sonnleitner. Bullenmäster und Geflügelzüchter kämen noch am besten weg. Auch für das laufende Wirtschaftsjahr gibt der Bauernpräsident keine Entwarnung: "Ich möchte vorsichtig sein, aber wir rechnen mit weiteren zehn Prozent Einbußen."