Vebraucherzentrale fordert besseren Schutz vor Kreditkartenmissbrauch

Diebstahl

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen will mit der unklaren Rechtsprechung zur Haftung beim Missbrauch gestohlener EC- und Kreditkarten aufräumen und vor dem Bundesgerichtshof (BGH) eine Grundsatzentscheidung erwirken. Derzeit werde unkalkulierbar mal den Geschädigten und mal den Banken Recht gegeben, bemängelten die Verbraucherschützer am Donnerstag in Düsseldorf.

Nach dem Erbeuten von EC- oder Kreditkarten würden viele Täter noch vor der Sperrung Geld an Automaten abhaben, auch wenn sie die dazugehörigen PIN-Nummern der Karten nicht kennen könnten. Die Kredit- und Karteninstitute lehtnen jedoch unter Hinweis auf die technische Sicherheit des Systems eine Erstattung solcher Beträge ab, wie die Verbraucherzentrale kritisierte. Statt dessen werde den Kartenkunden eine Verletzung der Sorgfaltspflicht unterstellt etwa durch das Notieren der PIN-Nummer auf einem Zettel im Portemonnaie.

Da auch Kunden, die ihre Sorgfaltspflicht glaubwürdig nachweisen könnten, von dem Haftungsausschluss betroffen seien, will die Verbraucherzentrale jetzt mit einer Sammelklage vor den BGH ziehen. Dazu werden noch Geschädigte gesucht, die sich der Klage anschließen und eidesstattlich versichern, dass die PIN-Nummer ihrer gestohlenen Karte für den Dieb nicht zugänglich war und dennoch Geld abgehoben wurde.