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Handwerk befürchtet weiteren Umsatzrückgang und Entlassungen

Arbeitsplatzabbau

Das deutsche Handwerk kommt auch 2003 nicht aus der konjunkturellen Talsohle. Der Zentralverband des Deutsche Handwerks (ZDH) befürchte im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang um "mindestens ein Prozent" und den Verlust von 100 000 weiteren Stellen, falls es nicht schnell zu einer deutlichen Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes komme, sagte ZDH-Präsident Dieter Philipp am Dienstag in Berlin. Um auf die schwierige Lage im Handwerk aufmerksam zu machen, sollten in neun deutschen Großstädten vom 24. Januar bis 10. Februar Kundgebungen, Protestmärsche und Aktionstage des Handwerks stattfinden, für den 10. Februar sei eine zentrale Kundgebung in Berlin geplant.

2002 hatte das Handwerk nach Angaben Philipps fast fünf Prozent Umsatzrückgang und einen Abbau von rund 300 000 Stellen zu verzeichnen. Philipp warnte, etwaige höhere Umsatzrückgänge würden direkt zu Arbeitsplatzverlusten in entsprechender Größenordnung führen. Eine bisher vorhandene "Pufferwirkung" bestehe wegen der deutlich verschlechterten Eigenkapitallage des Handwerks inzwischen nicht mehr. "Für Zwischenfinanzierungen ist kein Geld mehr da", machte Philipp deutlich. Dies sei eine neue Entwicklung, die das Handwerk schmerze.

Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft unterstrich Philipp, man dürfe inzwischen nicht mehr davon ausgehen, "dass uns der Export immer aus den roten Zahlen reißt". 2002 habe die deutsche Wirtschaft noch wegen der Exportentwicklung "knapp eine rote Null erreicht", doch das Polster aus dem Export sei geschrumpft.

Nötig sei nun "eine Binnenmarkt-orientierte Wirtschafts- und Finanzpolitik". Ein entsprechender, seit langem eingeforderter Paradigmenwechsel solle nun offenbar eine Chance bekommen. Das Handwerk wolle solchen Bemühungen "zu einem Schub verhelfen".

Der ZDH begrüßte die Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), die Gespräche im Bündnis für Arbeit "in neuer und verbesserter Form" wieder aufzulegen. "Sie sollten nun so schnell wie möglich und mit klaren Zeit- und Zielvorgaben anlaufen", forderte Philipp. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) habe mit seiner "Offensive für den Mittelstand" und den Vorschlägen für einen flexibleren Kündigungsschutz bereits "Akzente gesetzt, die zur Hoffnung berechtigen".

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