In millionenschwere Betrügereien verwickelte Firma wird aufgelöst

Abrechnungsbetrug

Die in millionenschwere Abrechnungsbetrügereien um Zahnersatz verstrickte Dentalfirma Globudent aus Mülheim wird aufgelöst. Wie die Anwälte der drei hauptbeschuldigten Manager am Montag in Köln mitteilten, ist die Liquidation der bundesweit in die Schlagzeilen geratenen Firma wegen der "Verstrickung in strafrechtliche Vorwürfe" eingeleitet worden. Weitere Einzelheiten nannten die Anwälte zunächst nicht. Nach unbestätigten Medienangaben ist den Mitarbeitern des Unternehmens bereits zum 31. Januar gekündigt worden. Globudent wird vorgeworfen, billigen Zahnersatz aus China eingeführt und seit Mitte der 90er Jahre in mindestens 1000 Fällen bei den Krankenkassen zu höheren Preisen auf deutschem Niveau abgerechnet zu haben.

Den Erlös sollen sich die Mitarbeiter der Dentalfirma und Zahnärzte geteilt haben. Durch die Betrügereien soll nach Einschätzung der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Niedersachsen ein Schaden von mindestens 50 Millionen Euro entstanden sein.

Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Wuppertal wird derzeit gegen acht Globudent-Manager und -Mitarbeiter ermittelt. Es lägen bereits mehrere Geständnisse vor. Gegen Abtretung ihrer Vermögenswerte seien alle Beschuldigten unterdessen wieder auf freien Fuß gesetzt. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sind und Anklage erhoben werden kann, stehe nach Angaben des Sprechers gegenwärtig noch nicht fest.

Den Anwälten der Firmenmanager zufolge wollen sich die Beschuldigten um eine "vollständige Aufklärung der Vorwürfe" bemühen. Die Liquidation des Unternehmens bedeute zudem keinen Abschied von dem "im Prinzip gesunden Konzept, durch hochwertige, qualitätskontrollierte ausländische Produkte im Dentalbereich für Kassen und Patienten dauerhaft Kosten zu sparen". Unter "strenger legaler Kontrolle" soll deshalb die Geschäftsidee in einem neuen Unternehmen fortgesetzt werden.