Selbstmordversuch eines Hungerstreikenden im Berliner Abschiebegefängnis

Abschiebehaft

Ein 28-jähriger Abschiebegefangener kam am Montag nachmittag nach einem Selbstmordversuch ins Köpenicker Krankenhaus, wie die antirassistische Initiative Berlin mitteilt. Der Russe, der sich wegen eines vorherigen Selbstmordversuches bereits in einer Isolierzelle befand, hatte versucht, sich zu erhängen. Er befindet sich auf der Intensiv-Station, ist nicht ansprechbar und wird künstlich beatmet. Er gehört zu den Gefangenen, die bereits seit vier Wochen mit einem Hungerstreik gegen die Haftbedingungen protestieren.

Am Montag sind erneut über sechzig Gefangene in einen Hungerstreik getreten. Ein Hungerstreik vor drei Wochen war unterbrochen worden, um den Verantwortlichen Zeit zu geben, geforderte Verbesserungen im Gefängnis umzusetzen. Dies ist bislang nicht geschehen. Die Häftlinge protestieren gegen die langen Bearbeitungszeiten und die damit verbundene lange Haftdauer bei schlechter medizinischer Versorgung und gegen die menschenunwürdige Behandlung durch das Gefängnispersonal.

Die Hungerstreikenden weisen darauf hin, dass sich schon viele Gefängnisinsassen aufgrund der inhumanen Bedingungen selbst verletzt haben. Aus Protest gegen ihre verzweifelte Lage kündigen sie an, dass sie sich auch in Zukunft selbst verletzen werden. Am Donnerstag, den 13 Februar ab 17 Uhr soll eine Solidaritätskundgebung vor dem Gefängnis stattfinden.