Welthungerhilfe weitet Unterstützung für Nordkorea aus

Humanitäre Hilfe

Die Deutsche Welthungerhilfe hat am Wochenende erneut eine Rahmenvereinbarung über humanitäre Hilfe mit dem nordkoreanischen Komitee für Wiederaufbau abgeschlossen. Dr. Theo Sommer, Vorstandsmitglied der Deutschen Welthungerhilfe, unterzeichnete die Vereinbarung in Pjöngjang, teilt die Organisation mit. Ziel sei es, die Arbeitsbedingungen der Organisation in Nordkorea zu verbessern. Die Vereinbarung gilt zwei Jahre. Zwar habe sich die Ernährungslage in den letzten Jahren dank der Hilfe von außen beträchtlich verbessert, so Sommer. Noch immer aber seien knapp 20 % der Kinder untergewichtig und fast 40 % im Wachstum zurückgeblieben.

Dies sieht die Organisation als Folge zumeist von Mangelernährung der Mütter. Die vom staatlichen Verteilungssystem im Februar ausgegebene Portion von 300g Reis pro Tag pro Einwohner sei weniger als die Hälfte dessen, was die Weltgesundheitsorganisation als Minimum für notwendig halte. Humanitäre Hilfe sei auch weiterhin notwendig.

Sommer stellte überdies fest, dass die Arbeit der Hilfsorganisationen in Nordkorea zu einer Öffnung beigetragen habe. Man habe „Fensterläden aufgestoßen“, die das Regime nicht leicht wieder schließen könne. Immerhin erreichten Hilfsorganisationen mittlerweile 80 % aller Gebiete und 85 % der Bevölkerung von Nordkorea.

Die Deutsche Welthungerhilfe arbeitet seit 1997 in Nordkorea. Gegenwärtig führt sie mit zehn eigenen Mitarbeitern sieben Projekte in einem Gesamtvolumen von über 7 Millionen Euro durch. Dazu zählen neben Schulspeisungsprogrammen auch die Saatgut-Vermehrung, Trinkwasserversorgung, Gemüseanbau in Folien-Gewächshäusern und die Kälte-Isolierung von 160 Schulen. Insgesamt erreicht die Welthungerhilfe mit ihren Programmen in Nordkorea etwa 350.000 Menschen.