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Millionen demonstrieren gegen Krieg

Irak-Krise

Gegen einen drohenden Irak-Krieg sind am Samstag weltweit rund neun Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Allein in Berlin demonstrierten bei der größten Friedenskundgebung seit zwei Jahrzehnten rund 500 000 Menschen. Initiiert hatten die Demonstrationen ein aus rund 50 Organisationen bestehenden "Aktionsbündnis 15. Februar". Es ist Teil einer europaweiten Aktion gegen die drohende Kriegsgefahr. Bei allen Demonstrationen waren auf Transparenten Losungen wie "Krieg ist keine Lösung" und "Kein Blut für Öl" zu lesen. Die Organisatoren werteten die Proteste als Erfolg.

In weltweit über 600 Städten gingen Menschen auf die Straße, dabei waren neben 25 europäischen auch 14 außereuropäische Hauptstädte. In vielen war es die größte Demonstration seit Jahrzehnten.

Widerstand gab es auch in anderen deutschen Städten. An einem Protestzug durch die Stuttgarter Innenstadt nahmen annähernd 30 000 Kriegsgegner teil. Rund 5000 Demonstranten beteiligten sich an einer Friedensdemonstration in Heilbronn. In Leipzig wurden rund 2000 Teilnehmer gezählt. Auch in mehreren Städten in Rheinland-Pfalz gingen jeweils mehrere 1000 Menschen gegen einen Irak-Krieg auf die Straßen.

Zu sehen war in dem Berliner Zug auch die Nachbildung der New Yorker Freiheitsstatue - mit einer Rakete in der Hand und einem Ölfass unter dem Arm. Viele Teilnehmer trugen einen Aufkleber mit dem Hinweis "Altes Europa". Dazu gab es auch musikalischen Protest. Auf der Abschlusskundgebung forderten Künstler wie Hannes Wader, Konstantin Wecker, Reinhard Mey und die ostdeutsche Rockband Puhdys, den Konflikt mit Bagdad friedlich beizulegen. Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer forderte zu Widerstand gegen einen Krieg auf, verwies aber zugleich darauf, dass die Freundschaft zu den USA nicht in Frage stehen dürfe.

Bei einem Friedensgebet im Berliner Dom hob der evangelische Landesbischof Wolfgang Huber hervor, es gebe nur einen gerechten Frieden, aber keinen gerechten Krieg".

Unter den Demonstranten in der Hauptstadt waren auch die Bundesminister für Verbraucherschutz, Umwelt und Entwicklungshilfe, Renate Künast, Jürgen Trittin (beide Grüne) und Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Sie entzogen sich damit einer Bitte von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), wonach Mitglieder des Kabinetts nicht teilnehmen sollten. Insbesondere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) wurde wegen seiner Teilnahme von der Union scharf angegriffen.

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