Wirtschaftsforscher erwarten Rezession

Konjunktur

Deutschland droht nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in eine Rezession abzugleiten. Insgesamt dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2003 allenfalls stagnieren, heißt es in dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Wochenbericht. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal bedeute dies aber einen Anstieg um gut einen halben Prozentpunkt. Gegenwärtig sei die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kraftlos. "Bleiben Impulse weiterhin aus, dann besteht die Gefahr, dass die stagnativen Tendenzen in eine Rezession münden", warnen die DIW-Konjunkturexperten.

Im vierten Quartal 2002 sei die gesamtwirtschaftliche Produktion nach ersten vorläufigen Berechnungen des DIW gegenüber dem Vorquartal um real 0,2 Prozent gesunken.

Binnenwirtschaftlich dominierten Stillstand und Unsicherheit über die Tragfähigkeit der eingeleiteten und angekündigten Reformen, schreiben die Wirtschaftsforscher. Hinzu kämen gestiegene Abgaben und Erhöhungen bei der Mineralöl- und Tabaksteuer, die die verfügbaren Einkommen belasteten. Werde die Sorge der Verbraucher um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes mit ins Bild genommen, "dürften Konsumzurückhaltung und Vorsorgesparen weiter vorherrschen".

Vom privaten Konsum seien wegen der ungünstigen Rahmenbedingungen daher keine Impulse zu erwarten, erklärte das DIW. Gleichzeitig schwächten sich die außenwirtschaftlichen Impulse wegen der Gefahr eines Irak-Kriegs ab. Die Auftragseingänge in den Monaten November und Dezember 2002 ließen deutliche konjunkturelle Abschwächungstendenzen erkennen. Die Auslandsaufträge seien spürbar um 0,5 Prozent gesunken, während die Inlandsaufträge auf gedrücktem Niveau verharrten. Die Auslandsorders für Investitionsgüter seien in dieser Zweimonatsbetrachtung noch deutlicher um 1,9 Prozent zurückgegangen.

Dies lasse darauf schließen, dass die Ausrüstungsinvestitionen sich noch nicht gefangen haben oder gar auf einen Erholungskurs eingeschwenkt sind, folgert das DIW. Auch für die Bauindustrie

deuteten die Auftragseingänge im November und Dezember kaum auf eine "Besserung von Grund auf hin".