Widersprüchliche Umfragen zur Kompetenz der Regierung

Meinungsforschung

Knapp fünf Monate nach der Bundestagswahl hofft eine knappe Mehrheit der Deutschen auf Neuwahlen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Emnid-Umfrage für die "Wirtschaftswoche" plädierten 54 Prozent der rund 1000 Befragten dafür, 42 Prozent halten dies nicht für angebracht. Bei Wählern unter 30 Jahren forderten sogar 59 Prozent einen neuen Urnengang. Auch 31 Prozent der SPD- und 28 Prozent der Grünen-Wähler seien dafür. Einer weiteren Umfrage zufolge seien allerdings zwei Drittel der Deutschen für den Verbleib von Gerhard Schröder (SPD) an der Spitze der Bundesregierung.

Nur 30 Prozent der Bürger seien der Meinung, Schröder solle zurücktreten, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des "Stern". 66 Prozent der 1001 Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dass Schröder im Amt bleiben solle. Vier Prozent antworteten mit "weiß nicht". In der Einschätzung der politischen Kompetenz liege Schröder allerdings der Umfrage zufolge nach Außenminister Joschka Fischer (Grüne), CDU-Chefin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nur auf Rang vier.

Wären jetzt Bundestagswahlen, läge die Union mit 48 Prozent weiter klar an der Spitze. Die SPD erreicht der Umfrage zufolge 28 Prozent. Die Grünen könnten mit 12 Prozent rechnen, die FDP mit 6 Prozent.