VCD fordert wirksame Maßnahmen gegen Unfälle

Verkehrssicherheit

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert angesichts der hohen Zahl von Unfallopfern im Straßenverkehr wirksame Maßnahmen zur massiven Eindämmung folgenschwerer Verkehrsunfälle. Zwar sei der leichte Rückgang der Unfälle gegenüber dem Vorjahr durchaus positiv. Doch angesichts der absoluten Zahl von täglich 19 Toten und rund 1300 Verletzten könne es keinerlei Erleichterung oder Beruhigung geben, so die Organisation. Die Daten zeigten vielmehr, dass die herkömmliche Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland viel zu kurz greife. Hier bestehe dringender Verbesserungsbedarf.

"Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist im Straßenverkehr faktisch außer Kraft gesetzt.“ sagt René Waßmer, VCD-Bundesgeschäftsführer: Nicht nur die Zahl der Todesfälle sei erschreckend, auch die Schicksale der 1300 Menschen, die täglich im Straßenverkehr zum Teil schwer verletzt werden, dürften nicht weiter hingenommen werden. Der VCD fordere deshalb von der Politik ein umfassendes Maßnahmenkonzept gegen folgenschwere Verkehrsunfälle, wie es in Nachbarländern schon existiere.

So sei beispielsweise in Schweden die Idee einer "Vision Zero", der Vision von null Toten und Schwerverletzten - speziell für den Straßenverkehr aufgegriffen und in konkrete Maßnahmen umgesetzt worden. Bereits 1997 habe das schwedische Parlament ein entsprechendes Straßensicherheitskonzept verabschiedet. Damit sei umfassendes Sicherheitsdenken im Verkehr auf die politische Tagesordnung gebracht und ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Straßenverkehrsopfer eingeleitet worden. Auch in den Niederlanden gebe es bereits ähnliche Konzepte.

Zur Zeit werde besonders in der Schweiz eine Verkehrspolitik vorangetrieben, die sich an dem Leitgedanken von Vision Zero orientiere. Moritz Leuenberger, in der Regierung zuständig für Verkehr, Umwelt, Energie und Kommunikation, habe die betroffenen Behörden mit der Erarbeitung entsprechender Maßnahmen beauftragt und das Ziel "Halbierung Zahl von Verkehrstoten bis 2010" ausgegeben.

Um der deutschen Politik in auf die Sprünge zu helfen, werde der VCD noch in diesem Jahr einen „Masterplan Vision Zero“ für Deutschland ausarbeiten und veröffentlichen, so Waßmer. Dieser Plan werde auch das Ziel beinhalten, die Zahl von Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr bis 2010 zu halbieren. Nur mit einer umfassenden Strategie und überprüfbaren Zielen könne es gelingen, die dramatische Situation im Straßenverkehr nachhaltig zu verbessern.