Proteste gegen Vertuschung der "Prestige"-Folgen in Spanien

Prestige

Mehr als 100.000 Menschen haben am vergangenen Wochenende in Madrid protestiert. Die Menschen wollten mit der Demonstration auf mangelhafte Informationspolitik ihrer Regierung aufmerksam machen. Sie forderten die Verantwortlichen auf, die Konsequenzen des Tankerunglücks vor drei Montaten zu tragen. Nach der Havarie des Öltankers „Prestige“ übernehme niemand die Verantwortung für die Katastrophe, so der sozialistische Oppositionsführer José Luis Rodriguez Zapatero. Zu den Protesten hatte die Bewegung „Nunca Mais“ („Nie wieder“) aufgerufen.

Die Protestbewegung fordert, dass die Regierungen in Madrid und der betroffenen Region Galicien drei Monate nach der Havarie die „Wahrheit“ sagen. Während laut Polizei 100.000 Demonstranten unterwegs waren, sprachen die Veranstalter von mehreren hunderttausend Teilnehmern.

Weitere Demontrationen waren für Brüssel, Paris und Lissabon geplant.

Mitte November war der Einhüllentanker „Prestige“ mit mehr als 70.000 Tonnen Schweröl an Bord vor der spanischen Küste gesunken. Austretendes Öl verursachte daraufhin die bislang schlimmste Ölpest in Galicien. Auch weite Teile des spanischen Nordens und der französischen Atlantikküste sind immer noch nicht gesäubert.