Kartellamt hat E.on erneut im Visier

Energiemonopol

Wenige Tage nach der erkämpften Übernahme des Ruhrgas-Konzerns steht E.ON möglicherweise erneut eine Auseinandersetzung mit dem Bundeskartellamt ins Haus. Die Wettbewerbsbehörde kündigte am Montag eine Prüfung der Zugeständnisse an die neun Gegnern der Fusion an. "Wir werden das ganz sachlich zu untersuchen haben", sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Die Verträge über den Austausch von Beteiligungen und Energielieferungen an die Fusionsgegner, die am Freitag zur außergerichtlichen Einigung führten, enthielten möglicherweise wettbewerbswidrige Absprachen.

Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, müssten Teile der Zugeständnisse zurückgenommen werden. An der Fusion selbst könne nicht mehr gerüttelt werden, sagte Böge. "Die Ministererlaubnis steht jetzt. Das ist der rechtliche Stand der Dinge."

Problematisch könnten aber vor allem die von E.ON garantierten Strom- und Gaslieferungen zu Sonderkonditionen sein. "Wir werden uns erläutern lassen, was im einzelnen vereinbart worden ist", sagte Böge. "Ruhrgas unterliegt als marktbeherrschendes Unternehmen dem kartellrechtlichen Diskriminierungsverbot." Das Amt werde ferner den umfangreichen Austausch von Beteiligungen prüfen, den E.ON mit EnBW und dem finnischen Fortum-Konzern vereinbart hat. Böge rechnet mit mehreren neuen Fusionsfällen, die angemeldet werden müssten. Außerdem müssten mögliche Gebietsabsprachen überprüft werden.