BUND fordert Kampf gegen Dumpingpreise für Nahrungsmittel

Gesunde Lebensmittel

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) das Einschalten des Bundeskartellamtes gegen Dumpingpreise im Lebensmittelhandel. Das andauernde Drücken der Einkaufspreise bei Milch, Fleisch und Gemüse führe dazu, dass Landwirte dies durch zunehmende Massenproduktion ausgleichen wollten, warnte BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm am Mittwoch in Berlin. Dies führe "direkt in den nächsten Lebensmittelskandal".

Das Kartellamt könne den Handelsketten entsprechend einem Urteil des Bundesgerichtshofs das dauerhafte Drücken der Einkaufspreise untersagen, fügte Timm hinzu. "Dumpingpreise gefährden die Agrarwende", sagte er an die Adresse Künasts. Die Ministerin versprach, bei dem Thema "am Ball" zu bleiben. Allerdings sei dabei ein "langer Atem" gefragt. Immerhin sei aber eine gesellschaftliche Debatte im Gang über den Zusammenhang zwischen Ernährung, Gesundheit, Arbeitsplätzen und Umweltschutz. Künast fügte hinzu, sie sei bereit, "schamlos Bündnisse einzugehen" gegen Dumpingpreise.

Die Kritik von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an ihrem Vorstoß vor einigen Wochen, Billigangebote bei Lebensmitteln zu verbieten, habe sie "nicht getroffen", sagte Künast weiter. Schröder hatte zum Vorschlag der Ministerin gesagt, die Preisgestaltung solle lieber dem Markt überlassen werden.