BUND fordert "Koalition für die Elbe"

Elbe-Ausbau

Der Elbe-Experte des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Ernst-Paul Dörfler, hat eine "Koalition für die Elbe" gefordert. Bund, Länder, Kommunen, Naturschutzverbände, Gesundheitseinrichtungen und Gastronomie müssten an einem touristischen Gesamtkonzept für die Elbe mitarbeiten, sagte Dörfler. Nachdem der Elbe- und Saale-Ausbau gestoppt sei, müsse der Ruf der Elbe aufgebessert und gemeinsam in Werbung investiert werden. Die Elbe als letzte naturnahe Flusslandschaft Europas müsse so genutzt werden, dass man dauerhaft von ihr leben und an ihr verdienen könne.

"Bislang gibt es eine gewisse Hilflosigkeit, einzelne Initiativen sind regional begrenzt und hören an Landkreis- oder Ländergrenzen auf", sagte Dörfler. "Bereits jetzt arbeiten entlang der Elbe mehr Menschen im Tourismus als im Güterverkehr." Jedoch sei der Fluss vielfach nicht als touristische Perle erkannt. Dabei müsse der Fluss für die touristische Nutzung nicht umgebaut werden. In der Personenschifffahrt würden bereits Schiffe mit einem Tiefgang von einem Meter eingesetzt, so dass sie auch bei Niedrigwasser fahrbereit seien. "Die Passagiere können die letzten Auenwälder Mitteleuropas entdecken, eine Tierwelt vom Biber bis zum Weißstorch und Sandstrände, die kein Fluss im Westen bieten kann." Ohne großen Aufwand könnten Kommunen entlang der Elbe Flussbadestellen ausweisen. Ausbaubar sei auch der Fahrradtourismus. Außerdem gebe es bislang keinen Campingplatz an der Elbe.

Auch Einrichtungen des Gesundheitstourismus haben nach Dörflers Ansicht die Elbe noch nicht als Standortvorteil entdeckt. "Viele wissen zwar, dass es die Elbe neben der Reha-Einrichtung gibt, aber sie wird nicht genutzt, um den Standort aufzuwerten."