Aktionsgemeinschaft Artenschutz fordert Umdenken der Reise-Branche

Tourismus und Artenschutz

Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) 2003 endete in Berlin. Anlässlich dieser weltgrößten Messe der internationalen Reiseveranstalter appelliert die Aktionsgemeinsaft Artenschutz e.V. (AgA) und der BDT an die Touristikbranche, mehr für den Arten- und Naturschutz zu tun und die Touristen besser über den Artenschutz aufzuklären. AgA-Sprecher Günther Peter erinnert daran, dass gerade deutsche Touristen an der Ausplünderung der Natur in den Urlaubsländern führend beteiligt seien. Die vom Zoll beschlagnahmten Exemplare bedrohter Fauna und Flora an deutschen Flughäfen bewiesen dies.

Alljährlich würden große Mengen von Tieren und Pflanzen oder Teilen von diesen geschmuggelt. Schildpatt, Elfenbein, Korallen, ausgestopfte Tiere, Felle und Häute, Muscheln und Schnecken gehören zu den am häufigsten sichergestellten "Souvenirs". Auch lebende geschützte Tieren finden sich im Gepäck deutscher Urlauber, so Peter. Hinzu kämen noch die professionellen Sammler, die viel Geld für die Hortung immer neuer Exponate ausgeben und der organisierte Schmuggel von bedrohten Arten, der sich seit einigen Jahren über das Internet ausgeweitet hat.

Durch Gleichgültigkeit und Geschäftemacherei werde die Natur in vielen exotischen Reisezielen stark geschädigt, was negative Folgen für die Einheimischen, aber auch für die Tourismusbranche hat. Die Artenvielfalt leide darunter, was sich negativ auf alle Lebensformen auswirke, erklärt Peter, der dazu aufruft, Länder, die nachweislich zur Wilderei anstiften, zu boykottieren.

Das betreffe die südafrikanischen Länder und Japan. Diese setzten erst vor Monaten bei der Artenschutzkonferenz durch, dass der Elfenbeinhandel bedingt wieder geöffnet wurde, was zur Folge hat, dass die Wilderei in Afrika erneut explosionsartig anstieg und dadurch auch der Safaritourismus in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Reiseveranstalter, mahnt der AgA-Sprecher, könnten weitaus mehr tun, um in ihren Zielorten die Artenvielfalt zu erhalten.

Die AgA bemüht sich seit über 21 Jahren darum, die Zusammenarbeit und Aufklärung im Artenschutz zu verbessern, stößt aber dabei nicht auf genügend Resonanz und Unterstützung. Aufklärung in den Urlauber-Flugzeugen und Berichte in Bordmagazinen oder Beilagen in Flugtickets wären nach Peters Ansicht ohne große Kosten schnell zu realisieren, jedoch fehle die Bereitschaft zu solchen Maßnahmen.

Seit Jahren versucht die AgA, die Tourismusbranche für die sehenswerte und bundesweit einmalige Ausstellung "Artenschutz ist Menschenschutz" als Unterstützer zu gewinnen. Bisher wurde diese Ausstellung vom BDT und ETN unterstütz. Diese Exposition wird jetzt mit neuen Medientechniken modernisiert. Die Ausstellung kann nach Fertigstellung in wenigen Wochen beispielsweise an Flughäfen, auf Bahnhöfen, in Rathäusern oder bei Messen gezeigt werden. Die AgA sucht dafür dringend Sponsoren und Spender. An die Reiseveranstalter ist sie leider bislang ohne großen Erfolg heran getreten.