Mehr Sonnenstrom in Marokko

Alternative Energien

In Marokko wird am heutigen Dienstag mit der 100. Photovoltaik-Anlage eines der größten Projekte dieser Art weltweit eingeweiht. Das Gesamtvorhaben, das von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit rund fünf Millionen Euro unterstützt wird, sehe die Ausstattung von 16000 Familien in ländlichen Regionen mit photovoltaischen Haushaltssystemen vor. Diese Familien hätten bisher keinerlei Zugang zu Strom, so die KfW. Die Bedeutung von photovoltaischen Anlagen in ländlichen Regionen Marokkos sei enorm, da nur 40 % der ländlichen Bevölkerung bisher Zugang zu Elektrizität hätten.

Die Situation könne mit dem "traditionellen" Ansatz der Erweiterung des Stromverbundnetzes nur zu unverhältnismäßig großen Kosten verbessert werden. Aufgrund der in abgelegenen ländlichen Regionen typischen Siedlungsstruktur mit vielen Einsiedlergehöften seien die Anschlusskosten pro Endverbraucher für ländliche Haushalte meist zu hoch. Das dezentrale Versorgungskonzept der photovoltaischen Kleinsysteme stelle in diesen Gebieten eine wesentlich kostengünstigere Alternative dar. Mehr als 300 Sonnentage pro Jahr böten ideale klimatische Voraussetzungen für die Nutzung der Solarenergie.

Nach gegenwärtigem Stand sollen in Marokko insgesamt 6.200 Dörfer mit zusammen 180.000 Haushalten mittels photovoltaischer Haushaltssystemen elektrifiziert werden.

Der für Markokko innovative Projektansatz ermögliche eine starke Beteiligung privater Photovoltaikfirmen bei der Installation, Wartung und Reparatur der Photovoltaikanlagen. Dadurch solle die Funktionsfähigkeit der Anlagen langfristig gesichert werden. Die KfW erhofft sich mir dem Projekt einer Vorbildfunktion, die dem Vorhaben den Weg für die Breitenwirksamkeit dieser Art der Elektrizitätsversorgung ebnet.