Forschungserfolg auf dem Weg zum "grünen" Kunststoff

Verpackung ist noch Müll

Biologisch abbaubares und somit "grünes" Plastik für Verpackungen und biomedizinische Geräte gilt als lang ersehntes Ziel der Forschung. Wissenschaftler der Cornell University in Ithaca/New York seien diesem Ziel einen Schritt näher gekommen, berichtet die Universität. Sie hätten einen äußerst effizienten Syntheseweg für den biologisch abbaubaren Kunststoff Polyhydroxybutyrat (PHB) entdeckt. Derzeit wird der Kunststoff mit Hilfe eines kosten- und Energie-intensiven biologischen Verfahren produziert, der unter anderm die Fermentation von Zucker beinhaltet. Der neue chemische Prozess sei „eine konkurrenzfähige Strategie, obwohl sie noch nicht perfekt ist", erklärt der Chemiker Geoffrey Coates.

Das Bakterium Alcaligenes eutrophus reichere diesen plastikartigen Reservestoff in seinem Inneren an. Es diene der Speicherung von Kohlenstoff und Energie. PHB teilt mit dem auf Petrolium basierten Polypropylen viele physikalische und mechanische Eigenschaften.

Coates und sein Team hätten daher einen neuen Katalysator entwickelt, der auf Kobalt und Aluminium basiere. Der Katalysator vereinfache die Carbonylierung und somit die schnelle Bildung des Laktons. Der Chemiker sieht im neuen Produktionsverfahren großes Potenzial. "Ein rein chemischer Herstellungsweg für ein Polymer, das in der Natur vorkommt und biologisch abbaubar ist, ist höchst begehrt", betont Coates.

Die Grundlage für die PHB-Produktion auf chemischen Weg legte Coates bereits in den späten 90er-Jahren mit der Vorläufersubstanz Beta-Butyrolakton und Zink als Katalysator. Das Produkt hätte aber die Ansprüche verfehlt.