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China lockert Zensur der Kriegsberichterstattung

Pressefreiheit

China erlaubt dem staatlichen Fernsehen China Central Television (CCTV) bei der Berichterstattung über den Irak-Krieg erstmals, ein Ereignis von internationaler Tragweite weitgehend ohne politische Einflussnahme wiederzugeben. Zwar habe die Kommunistische Partei Chinas eine eigene Kommission zur Überwachung der Berichterstattung eingesetzt, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Donnerstag. Die Einflussnahme der Kommission beschränke sich aber bisher darauf, das staatliche Fernsehen einigermaßen mit der Anti-Kriegs-Linie der Regierung im Einklang zu halten. Ansonsten lägen die Entscheidungen weitgehend bei den Programmmachern von CCTV selbst. Damit probe das staatliche Fernsehen Chinas erstmals Berichterstattung im großen Stil nach internationalen Standards.

CCTV-1, der Nachrichtenkanal des staatlichen Fernsehens, berichte seit dem Beginn der US-Angriffe auf den Irak weitgehend unideologisch vom Krieg, so das Wall Street Journal. So habe CCTV-1 die Rede von US-Präsident George W. Bush live übertragen. Auch ausländische Sendungen von CNN und Al-Jazeera würden teilweise live mit Simultanübersetzung übernommen. Derartige Übertragungen wären früher erstes Opfer der Zensur gewesen. Die Berichterstattung über den Irak-Krieg laufe beinahe Nonstop mit verhältnismäßig geringem Einfluss der Politik. Einzige Voraussetzung sei, die Kapazitäten und Leistungen des US-Militärs nicht in den Himmel zu heben und über zivile Opfer zu berichten.

Hintergrund des Aufweichens der Zensur beim chinesischen Fernsehen sei die zunehmende internationale Konkurrenz. Die chinesische Regierung habe erkannt, dass sowohl Werbekunden als auch Zuseher auf Internet oder andere Medien wie den Hongkonger Sender Phoenix auswichen. Daher müsss CCTV mehr in Richtung Kommerzialisierung getrimmt werden. "Wenn wir nicht unsere Strategien anpassen und uns dem Wettbewerb stellen, werden wir Zuseher verlieren und marginalisiert werden", ist Sheng Yilai, Direktor von CCTV International, überzeugt. Die Irak-Berichterstattung sei ein erster Schritt in diese Richtung.

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