Umweltverbände kritisieren Elbe-Ausbau

Naturschutz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU) lehnen den vom Land Sachsen-Anhalt geforderten Bau eines Saale - Elbe - Kanals strikt ab. Der Kanalbau wäre ein Rückfall in die alte Flusspolitik, so die Umweltverbände. Ein verstärkter Ausbaudruck auf die Elbe wäre zudem eine unvermeidbare Folge. Der geplante Saale-Elbe-Kanal solle die kanalisierte Saale (2,50 garantierte Tauchtiefe) mit der nicht kanalisierten Elbe (1,20m garantierte Tauchtiefe) verbinden.

Da die Saale eine Sackgasse ist, müssten die Schiffe zwangsläufig durch die Elbe. Zwar würden die Schiffe auf der Saale 1350 Tonnen theoretisch laden können, aber die Schiffe auf der Elbe hätten in der Realität nur durchschnittlich 400 Tonnen geladen (Quelle: WSA Magdeburg). Die Elbe, das sei die Zusage von Minister Stolpe, solle nicht weiter ausgebaut werden.

„Der bereits in den 90er Jahren aus Kostengründen abgelehnte Kanalplan ist offenbar nun der verzweifelte Versuch, den politischen Willen der Bundesregierung zu umschiffen, koste es was es wolle.“, kritisiert NABU-Flussexperte Rocco Buchta. Das dürfe nicht passieren. Vielmehr müssten Geld und Verwaltungskapazitäten zur Umsetzung der neuen Flusspolitik bereitgestellt werden.

Deutschland brauche dringend eine Flusspolitik, die den Schutz von Mensch und Natur in den Mittelpunkt rücke, fordert Ernst Paul Dörfler, BUND Elbe-Experte. Mit der Kanalisierung der Flüsse müsse Schluss gemacht werden. Sollte der Saale - Elbe - Kanal kommen, würden anschließend die Pläne des Hamburger Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes aus der Schublade gezogen, in denen eine ganzjährige Schiffbarkeit der Elbe mit Großmotorschiffen gefordert werde. Diese würde den Bau von 12 Staustufen und mehreren Seitenkanälen erforderlich machen.

Volkswirtschaftlich sei der über 100 Millionen Euro teure Saale - Elbe - Kanal eine Verschwendung von Steuergeldern, die mit dem Bau des Hafens Halle mit 30 Millionen Euro begonnen habe. Derzeit fahre pro Woche höchstens noch ein Schiff in den Hafen ein, früher seien es täglich mehrere Kähne gewesen.