Raketenanschläge zeigen ernste Bedrohung der Schutztruppe in Kabul

Afghanistan

Die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) sieht in den jüngsten Raketenanschlägen von Kabul eine neue Qualität der Bedrohung. So sei bei den Angriffen vom Sonntag mit 122-Millimeter-Raketen ein neuer Typ Waffe verwendet worden, sagte ISAF-Sprecher Thomas Löbbering am Dienstag in Kabul. Diese hätten eine Reichweite von 30 bis 40 Kilometern, könnten also außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Schutztruppe abgefeuert werden. Zudem sei erstmals seit 2001 das ISAF-Hauptquartier direkt attackiert worden.

Dass es bei dem Raketeneinschlag vom Sonntag im Hauptquartier im Stadtzentrum von Kabul nur Sachschäden gab, bezeichnete Löbbering als "absolutes Glück". Die Rakete mit ihrem 6,5 Kilogramm Sprengkopf sei aus gut 16 Kilometern Entfernung abgefeuert worden und habe einen Baumwipfel getroffen. Durch die Explosion in drei bis vier Metern Höhe seien zwar die umliegenden Gebäude in Mitleidenschaft gezogen und zwei Fahrzeuge stark beschädigt worden. Doch habe es keine Verletzten gegeben.

Eine zweite Rakete wurde kurz nach dem ersten Anschlag in Richtung des deutschen Feldlagers am Rande der afghanischen Hauptstadt abgefeuert. Sie schlug weiter entfernt im Nordosten ein. Bei beiden Anschlägen handelte es sich laut Löbbering "offensichtlich um die gleiche Gruppe und um den ersten nachgewiesenen Beschuss mit 122-Millimeter-Raketen". Bisher wurde das deutsche Lager mit deutlich kleineren 107-Millimeter-Raketen angegriffen, wobei keine im Lager selbst einschlug.