Unesco will irakisches Weltkulturerbe sichern

Kriegsfolgen

Die Unesco will nach dem Ende des Irak-Krieges rasch mögliche Schäden an Kulturgütern untersuchen. Die UN-Organisation habe den Alliierten vor den Kampfhandlungen eine Liste der schützenswerten Stätten übergeben, sagte der Sprecher der deutschen Unesco-Kommission, Dieter Offenhäußer. Nun müsse geprüft werden, wie groß die Zerstörungen an Kulturgütern und den Tausenden von archäologischen Stätten seien. Plünderungen etwa in Museen könnten ebenfalls ein Problem darstellen. Auch um den Bildungsbereich werde sich die Unesco kümmern.

Wann die Organisation mit ihrer Arbeit vor Ort beginnen könne, sei allerdings noch offen. "Wir sitzen in den Startlöchern. Sobald die Waffen schweigen, wird die Zeit der Unesco wieder kommen", so Offenhäußer.

Möglichst noch in diesem Monat solle ein Treffen von weltweit führenden Experten zum irakischen Kulturerbe stattfinden. Dort solle ein Not-Rettungsplan ausgearbeitet werden. Sobald die Situation es erlaube, werde eine Expertengruppe in den Irak reisen, um eine Art Inventarliste der dringendsten Bedürfnisse zu erstellen. Nach den Worten Offenhäußers gibt es Bestrebungen, Assur - die erste Hauptstadt des assyrischen Reiches - noch in diesem Jahr in das Weltkulturerbe aufzunehmen. Die Reintegration des Irak in die Weltgemeinschaft müsse auch die Kulturgüter umfassen, betonte er.