Kein Impfstoff gegen SARS

Ansteckung

Trotz der endgültigen Identifizierung des SARS-Erregers ist nach Experten-Ansicht kurzfristig kein Impfstoff gegen die Lungenerkrankung zu erwarten. Eine derartiger Impfschutz werde auch "in ein oder zwei Jahren wahrscheinlich noch nicht verfügbar sein", sagte die Virologin Brunhilde Schweiger vom Berliner Robert-Koch-Institut (RKI). Es bleibe daher die wichtigste Aufgabe, durch die Isolierung von Patienten und Vorsichtsmaßnahmen die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Dies sei mit den inzwischen entwickelten Schnellnachweisverfahren noch effektiver möglich.

Die am Mittwoch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekanntgebebene Analyse sei zwar "ein essentiell wichtiger Schritt" zur Beherrschung der ansteckenden Krankheit, so die Virologin dennoch wären Hoffnungen auf ein kurzfristig verfügbares Medikament zur Therapie von SARS-Patienten verfrüht.

Die Virologin bezeichnete es als "eine große wissenschaftliche Leistung", dass der Erreger des Schweren Akuten Atemwegssyndroms in so kurzer Zeit bestimmt werden konnte. Die Forscher hätten damit eine wichtige Basis, um Antikörpertests für SARS zu entwickeln, mit denen serologische Untersuchungen ermöglicht werden können. "Auf diese Weise können wir mehr über den individuellen Krankheitsverlauf und die Übertragungswege erfahren", so die RKI-Expertin.