"Geballtes Unverständnis" über fehlenden Schutz irakischer Kulturgüter

Trotz Warnungen nichts getan

Für sofortige Maßnahmen zum Schutz des kulturellen Erbes des Iraks haben sich Experten der Staatlichen Museen zu Berlin ausgesprochen. Angesichts massiver Plünderungen in irakischen Museen sollten die Grenzen sofort gesichert und ein weltweites Importverbot verhängt werden, sagte die Direktorin des Vorderasiatischen Museums in Berlin, Beate Salje, am Dienstag. Nach Darstellung des Direktors des Museums für Islamische Kunst Berlin, Claus-Peter Haase, gibt es unter den Fachleuten "ein geballtes Unverständnis", dass den Plünderungen nicht rechtzeitig begegnet wurde. Insbesondere in Bagdad seien die Museen nicht geschützt worden. Dabei habe es Warnungen gegeben, dass Gefahr für die irakischen Kulturgüter bestehe.

Es komme jetzt auf schnelles und international koordiniertes Handeln der Unesco an. Außerdem müsse ein Verlustkatalog erstellt werden. Bisher fehle der Überblick, was überhaupt gestohlen wurde.

Darüber hinaus sollten die archäologischen Ausgrabungsstätten geschützt werden, forderte Peter A. Miglus von der Universität Heidelberg und Leiter der Ausgrabungsexpedition Assur.