Sozialabbau kostet 100 000 Arbeitsplätze

Konjunkturforscher gegen Agenda 2010

Die Reformagenda 2010 der Bundesregierung führt nach Schätzung des Konjunkturforschers Gustav Adolf Horn zum Verlust von 100 000 Arbeitsplätzen in diesem und im nächsten Jahr. Nach Horns Berechnungen schwächten die Einschränkungen in den sozialen Sicherungssystemen die Binnennachfrage.

Das Bruttoinlandsprodukt werde damit bis zu einem Prozentpunkt in diesem Jahr gesenkt, so das ARD-Magazin "Monitor" am Donnerstag. In 2004 seien es 0,2 Prozentpunkte. Dies entspreche einem Beschäftigungsverlust von knapp 100 000 Stellen bis Ende 2004. Die negativen Nachfragewirkungen überlagerten auch die positiven Effekte durch die Beitragssatzsenkungen, sagte Horn in der "Monitor"-Sendung. Horn leitet die Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

SPD-Vorstandsmitglied Sigrid Skarpelis-Sperk sieht sich durch Horns Berechnungen in ihrer Kritik an der Agenda 2010 bestätigt. "Wenn die Reformen nachweislich ökonomisch unvernünftig sind, warum sollen dann soziale Rechte in Deutschland abgebaut werden", sagte die SPD-Politikerin dem ARD-Magazin. Skarpelis-Sperk gehört zu den zwölf Bundestagsabgeordneten, die das SPD-Mitgliederbegehren gegen die Reformpläne der Regierung initiiert haben.