Mehr Geld für Suchtbekämpfung gefordert

Abhängigkeit

Der nach eigenen Angaben größte Sucht-Selbsthilfeverband Deutschlands, der Kreuzbund, verlangt eine stärker öffentliche Förderung zur Bekämpfung des Alkoholismus. Ein Teil der 3,5 Milliarden Euro, die der Staat jährlich durch alkoholbedingte Steuern einnehme, müsse in die Sucht-Selbsthilfe zurückfließen, sagte der Bundesgeschäftsführer des Kreuzbundes, Heinz-Josef Janßen, am Donnerstag in Hamm. Dieses Geld müsse in die Prävention, die Arbeit mit suchtbelasteten Familien und in die Nachsorge gehen.

Aus Anlaß des am 7. April geplanten Weltgesundheitstages erinnerte Janßen daran, dass pro Jahr etwa 73.000 Menschen in Deutschland an exzessivem Alkohol- und Tabakkonsum sterben. Diese Zahl liege 40 Mal höher als die der Drogentoten, die nach dem Konsum illegaler Rauschgifte ums Leben gekommen waren. Nach Angaben des Kreuzbundes seien 1,6 Millionen so abhängig, dass sie eine Suchttherapie benötigten.

Die Kosten der durch Alkohol verursachten Krankheiten belifen sich auf mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr. Zwischen 50 und 80 Prozent der Kinder suchtkranker Eltern griffen zudem selbst dauerhaft zur Flasche. Diese Zahlen machen nach Ansicht Janßens deutlich, dass das größte Drogenproblem in Deutschland nach wie vor der Alkoholismus ist.