Schadstoffe der Ölfelder belasten Nachbarstaaten

Luftverschmutzung

Nach der Prognose von Forschern des Eurad-Projektes (Europäisches Ausbreitungs- und Depositionsmodell) in Köln kann sich die Schadstoffbelastung durch brennende Ölfelder im Irak im schlimmsten Fall bis nach Afghanistan und in die Türkei ausbreiten. Beim Eurad-Projekt unter der Leitung von Hermann Jakobs des Rheinischen Instituts für Umweltforschung an der Universität zu Köln wird täglich der Verlauf der Umweltkatastrophe in der Golfregion prognostiziert. Neben chemischen, physikalischen und dynamischen Prozessen würden aktuelle Wetterdaten herangezogen. Hinzu komme die Einschätzung der Brandlage im Irak.

Das "Worst Case Scenario" gehe von dem Fall aus, dass alle Ölquellen in Flammen stehen und zudem die ungünstigsten Wetterverhältnisse herrschen. Beim Brand entstehen in erster Linie Stickoxide, Schwefeloxide, Kohlenmonoxide und Ruß. Sie werden mit dem Wind transportiert und durch Niederschlag sowie chemische Prozesse ausgewaschen und umgewandelt. Neben dem "Worst Case Scenario" wird die Prognose auch für die anhand von militärischen Infos angenommene aktuelle Brandlage erstellt. Mit Stand 31.03.2003 könne sich auch hier die Schadstoffbelastung bis in angrenzende Länder ausbreiten. Seien die Wetterbedingungen hingegen günstig, könnte sich nach dem Löschen aller Ölfelder die akute Ruß- und Oxidbelastung nach wenigen Tagen verflüchtigt haben.