Verkehrslärm macht krank

Weltgesundheitstag

Zum Weltgesundheitstag am 8.April 2003 weist der Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Verkehrslärm hin. Diese würden immer noch weitgehend ignoriert. Dabei sei beispielsweise der Zusammenhang von Herz-Kreislauf-Krankheiten und dauerhaftem Lärm längst nachgewiesen. Allein in Deutschland müssten rund 13 Millionen Menschen tagsüber einen krankmachenden Lärmpegel von über 65 Dezibel aushalten. Ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko sei die Folge. Insgesamt fühlten sich sogar 60 Prozent der Bevölkerung durch Verkehrslärm belästigt.

„Lärm ist die Umweltplage Nummer eins, denn Gesundheit braucht Ruhe.“, so Hermann-Josef Vogt, VCD-Vorstandsmitglied. Das gelte ganz besonders für unsere Kinder. Wenn sie im Lärm aufwüchsen, könnten sie sich häufig schlecht konzentrieren, hätten Probleme beim Lesen und leiden unter permanenter Müdigkeit. Deshalb müsste das diesjährige Motto des Weltgesundheitstages *Gesunde Umwelt * Gesunde Kinder' gerade beim Thema Lärm ernst genommen und für besseren Ruheschutz gesorgt werden.

Vorrangige Lärmquelle sei der Straßenverkehr. Zwar seien viele Autos durch technische Fortschritte in den letzten Jahren leiser geworden. Durch die gleichzeitige Zunahme des Autoverkehrs habe diese Entwicklung aber insgesamt keinen positiven Effekt gehabt. Der VCD fordert deshalb einen Maßnahmenkatalog zur Senkung der Lärmbelastung: Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen, mehr Tempo-30-Zonen in Ortschaften und Städten, Nachtfahrverbote für Lastkraftwagen, niedrigere Lärmgrenzwerte für Kraftfahrzeuge.

„Bei der Lärmbekämpfung ist sowohl die Politik gefragt als auch jede und jeder Einzelne. Auf der einen Seite brauchen wir eine wirksame Lärmschutzgesetzgebung, die es den Menschen ermöglicht, rechtlich gegen zu hohe Lärmbelastung vorzugehen.“, sagt Helmar Pless, Verkehrslärm-Experte des VCD. Auf der anderen Seite könnten alle, die ihr Auto öfter mal stehen lassen, selbst ganz direkt zu mehr Ruhe und damit zu besserer Gesundheit beitragen.

Der VCD engagiert sich bereits seit vielen Jahren gegen Verkehrslärm. Um Betroffene zu unterstützen, verleiht der VCD beispielsweise eigens entwickelte "Lärm-Aktionskoffer". Diese enthalten neben Informationsmaterialien zum Thema Lärm ein leicht zu bedienendes Messgerät für die Schallpegelmessung vor Ort. Überschreiten die ermittelten Werte die empfohlenen Höchstwerte, könnten zuständige Behörden ebenso wie die Öffentlichkeit auf die zu hohe Schallbelastung aufmerksam gemacht und Maßnahmen zur Lärmsenkung gefordert werden.