Verbraucherinitiative untersuchte Einstellungen zur Produktpiraterie

Gefälschte Produkte

In einer repräsentativen Emnid-Befragung untersuchte die Verbraucherinitiative e. V. die Einstellung von Konsumenten zum Thema "Produktpiraterie". Viele Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen sich bereits überraschend gut informiert. Allerdings fehlt es zum Teil am Risiko- und Unrechtsbewusstsein, erklärte der Bundesverband heute in Berlin. "Der Handel mit gefälschten Markenprodukten und Raubkopien macht inzwischen in vielen Produktbereichen Milliardensummen aus", so Volkmar Lübke, Vorstandsmitglied der Verbraucherinitiative. Verstärkt tritt das Problem auch im Bereich der Nicht-Luxusartikel auf. Neue Bestellmöglichkeiten über das Internet erschweren es immer mehr, die Absatzwege zurückzuverfolgen.

Aktuell hat die Verbraucherinitiative untersucht, welcher Aufklärungsbedarf bei zu dieser Problematik besteht. Es zeigte sich, dass nur noch 21 Prozent der Befragten dem Irrglauben anhängen, Fälschungen beträfen nur Luxusgüter. Immerhin 72 Prozent erkennen richtig, dass inzwischen auch Artikel des täglichen Bedarfs - wie etwa Lebensmittel oder Kosmetikprodukte - gefälscht werden. Recht realistisch erscheint auch die Einschätzung von 83 Prozent der Konsumenten, dass sie Fälschungen im Geschäft nicht erkennen würden.

Auf der anderen Seite denken 40 Prozent der Befragten, dass mit dem Kauf gefälschter Markenprodukte nur selten oder nie Risiken für die Verbraucher verbunden seien. Schwierigkeiten bei möglichen Reklamationen, Reparaturen oder gar gesundheitliche Gefahren bei der Verwendung gefälschter Medikamente sind ihnen offensichtlich nicht bewusst. "Besonders aufgefallen ist, dass die Verbraucher zum Teil wenig Unrechtsbewusstsein beim Kauf von Fälschungen haben" betont Lübke. "So sind jüngere Befragte im Alter von 14 bis 29 Jahren zu 58 Prozent der Meinung, es handele sich beim Kauf von Raubkopien um einen ganz normalen Einkauf oder allenfalls um ein Kavaliersdelikt".

Die Befragung zeigt, dass eine stärkere Aufklärungs- und Informationsarbeit einen entscheidenden Beitrag zur Lösung des Problems bildet. Dies trägt auch zum "verantwortlichen Konsum" bei, der den Produktionsweg der Güter zurückverfolgt, um auch die soziale und ökologische Verantwortung der Hersteller in die Kaufentscheidung einzubeziehen.