Vereinbarung für Ganztagsschulen

Auch nachmittags lernen

Bund und Länder haben ihre Vereinbarung zum Aufbau von Ganztagsschulen unterzeichnet. Noch in diesem Jahr sollen demnach 300 Millionen Euro an die Länder verteilt werden. In den kommenden drei Jahren werden dann jeweils eine Milliarde und 2007 die restlichen 700 Millionen Euro für den Aufbau von Ganztagsschulen bereit gestellt werden. Die einzelnen Länder erhalten ihren Anteil der Fördergelder je nach Anzahl der Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse. Für das pädagogische Konzept der Ganztagsschulen seien die Länder verantwortlich, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD).

Zudem solle der Unterricht mit Zusatz- und Freizeitangeboten über Vor- und Nachmittag verknüpft werden. Dazu sollten die Schulen mit sozialen und kulturellen Einrichtungen vor Ort kooperieren und die Angebote von Jugendhilfe, Musikschulen und Sportvereinen aufgreifen.

Die Ministerin plädierte zudem für ein Ende des 45-Minuten-Taktes der Schulstunden. Wichtig sei, "die Entwicklung einer Ganztagsschule als einen Prozess zu begreifen, bei dem Schulträger und Schulen mit Anregungen begleitet und unterstützt werden müssen", fügte sie hinzu.

Die nächsten Schritte für eine gemeinsame Bildungsreform von Bund und Ländern seien die Entwicklung und Evaluierung von nationalen Bildungsstandards durch eine Agentur, sagte Bulmahn. Die Bildungsberichterstattung solle ein eigens eingerichteter gemeinsamer Sachverständigenrat übernehmen.