Umweltminister Jürgen Trittin fürchtet Verlagerung des Verkehrs in die Luft

Subventionsabbau beim Flugverkehr

Weil Billigflieger der Bahn zunehmend Konkurrenz machen, will Bundesumweltminister Jürgen Trittin für fairen Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug sorgen, sagte er im neuen GREENPEACE MAGAZIN: "Die Steuergeschenke für den Luftverkehr sind ein alter Subventionszopf, den es abzuschneiden gilt." So soll etwa die Mehrwertsteuerbefreiung für innerdeutsche Flüge und ins europäische Ausland aufgehoben werden. Zugleich will Trittin sich weiter für eine europaweit einheitliche Kerosinsteuer stark machen. Weil der Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug vor allem über den Preis laufe, solle bei der Bahn zugleich der Mehrwertsteuersatz gesenkt werden. Während Bahnkunden für eine Fahrkarte im Fernverkehr zur Zeit noch den vollen Mehrwertsteuersatz zahlten, werde durch die Steuernovelle "der Satz auf sieben Prozent reduziert", erklärte Trittin.

Trotz sparsamerer und leiserer Motoren sei der Flugverkehr eine der schnellst wachsenden Quellen von Treibhausgasen und atmosphärischen Schadstoffen, warnte der Minister im Interview. Auch moderne Flugzeuge erzielten im Vergleich zu Pkws nur gute Verbrauchswerte, wenn sie "bis zum letzten Platz besetzt sind und lange Strecken fliegen". Im Hinblick auf die Umweltbelastung könnten aber "weder Auto noch Flugzeug mit der Bahn konkurrieren".

Zur Frage, wie die Bahn wieder mehr Kunden gewinnen könne, sagte der Umweltminister, sie könne "sicher noch etwas kundenfreundlicher werden." Die Billig-Airlines seien aber in Hinblick auf Pünktlichkeit, Service und Durchschaubarkeit der Preissysteme "kein Vorbild". "Dagegen ist die Bahn transparent und zuverlässig", so Trittin.