US-Regierung lässt persönliche Daten sammeln

Daten ohne Schutz

Die US-Regierung hat ein Unternehmen für Datensammlung beauftragt, um an die persönlichen Daten von mehreren Millionen Bürgern lateinamerikanischer Staaten zu kommen. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, enthält die Datenbank von ChoicePoint unter anderem Namen, Beruf, Geburtsdatum, Passnummer sowie eine Beschreibung von besonderen Merkmalen. Sogar die Steuerunterlagen und die Blutgruppen sollen die Datensammler von ChoicePoint in erhoben haben. Die Daten seien ohne die Zustimmung der Betroffenen in die Datensammlung aufgenommen worden.

ChoicePoint erlangte schon im Nachspiel zur vergangenen US-Präsidentenwahl einige Bekanntheit. Das Unternehmen hatte vor der Wahl das Wählerregister des US-Staates Florida durchsiebt, mit der Folge, dass eine große Anzahl von Bürgern ihr Wahlrecht verloren. Der überwiegende Anteil der Betroffenen waren schwarzer Hautfarbe.

Die US-Regierung habe im vergangenen Jahr elf Millionen Dollar an ChoicePoint gezahlt. Jetzt regt sich der Verdacht, dass das Unternehmen dabei nicht immer legal vorgegangen ist. In Nicaragua wurden die Büros von zwei Partner-Unternehmen durchsucht. Auch in Mexiko, wo das Unternehmen Zugang zum Wählerregister erhalten habe, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Rechtsexperten gehen davon aus, dass ChoicePoint und die US-Regierung im Falle eines Gesetzesverstoßes geklagt werden können. Das Unternehmen habe im Rahmen seines Regierungsauftrages die Daten von Staatsbürgern aus Brasilien, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Venezuela gesammelt. Der Vertrag der US-Regierung mit ChoicePoint laufe noch bis 2005.