Koalition nimmt von Patienten höhere Zuzahlungen für Medikamente

Gesundheitswesen

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat sich mit den Koalitionsfraktionen auf die künftige Höhe der Zuzahlungen für Medikamente geeinigt. Demnach sollen Patienten mit Inkrafttreten der Gesundheitsreform zu Beginn nächsten Jahres für eine kleine Packung vier, für eine mittlere sechs und für eine große Packung acht Euro aus eigener Tasche bezahlen, sagte Schmidt am Freitag in Berlin. Versicherte, die in spezielle Hausarztprogramme oder Programme für chronisch Kranke eingeschrieben sind, zahlen jedoch nur zwei, drei oder vier Euro. Sozialhilfeempfänger sollen generell nur einen Euro zuzahlen. Derzeit müssen die Versicherten je nach Packungsgröße zwischen vier und fünf Euro zuzahlen.

Darüber hinaus ist in dem Gesetzentwurf vorgesehen, die Eigenbeteiligung im Krankenhaus von neun auf zwölf Euro pro Tag heraufzusetzen. Das Sterbegeld soll ganz wegfallen. Es beträgt zurzeit noch 525 Euro.

Schmidt sagte, sie wolle ihr Paket zur Gesundheitsreform "als Ganzes" mit der Union beraten. Sie hoffe auf eine schnelle Einigung nach der ersten Lesung im Bundestag, fügte die Ministerin hinzu. Schmidt verteidigte zugleich die geplante Erhöhung der Tabaksteuer um einen Euro pro Schachtel als wichtiges Lenkungsmittel, um gerade junge Menschen vom Rauchen abzuhalten. Eine Erhöhung der Steuer auf Alkohol sei aber nicht geplant.