Proteste gegen Briefumschläge aus Urwaldholz

Post bleibt hart

Vor den versammelten Aktionären der Deutschen Post AG in Köln haben Greenpeace-Aktivisten am Donnerstag Vormittag gegen die Zerstörung der letzten Urwälder in Finnland protestiert. Während der Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel entrollten sie in der Köln Arena ein Banner mit der Forderung "Urwälder zu Briefumschlägen - Schluss damit". Die Umweltorganisation wollte damit darauf aufmerksam machen, dass die Post trotz anhaltender Proteste der Umweltschützer noch immer Holz aus den letzten Urwäldern Finnlands für ihre Briefumschläge verwendet.

"Die Post muss sich endlich ihrer Verantwortung für die Umwelt stellen.“, sagt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge. Statt des Urwaldpapiers solle die Post besser Recyclingware kaufen.

Bei Gesprächen mit Greenpeace hatte sich die Post zwar aufgeschlossen gezeigt und zugesagt, mit den Herstellern der Umschläge zu reden. Aber bislang verzichte sie nicht auf die umstrittenen Papierprodukte.

Hergestellt werden die von der Post gehandelten Briefumschläge von den Firmen Herlitz und Bong, den größten deutschen Produzenten dieser Ware. Herlitz und Bong beziehen das Papier unter anderem von Europas größtem Papierhersteller Stora Enso in Finnland. Der Konzern sei maßgeblich an der Abholzung der letzten finnischen Urwälder beteiligt, da er der wichtigste Käufer von Urwaldholz sei, das der staatliche finnische Forstbetrieb einschlage, so die Kritik.

Von den einstmals großen Urwäldern in Finnland hat nur ein geringer Teil überlebt. Lediglich knapp die Hälfte der verbliebenen 10.000 Quadratkilometer (das entspricht ungefähr den Waldgebieten Hessens) ist bisher geschützt. Die Urwälder sind eine Existenzgrundlage der Samen, den traditionellen Einwohnern Nord-Finnlands und zudem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. Über 500 verschiedene Arten seien durch die Abholzung bedroht.