Aufschiebung der Agrarreform benachteiligt Ökolandbau

EU-Agrarpolitik

Anlässlich der auf nächste Woche vertagten Verhandlungen über die zukünftige EU-Agrarpolitik hat der Naturschutzbund NABU vor einem deutsch-französischen Handel zur Verwässerung der Reformbemühungen gewarnt. "Eine erneute Aufschiebung der Reform aus Rücksichtnahme auf die Interessen der französischen Agrarindustrie ist nicht zu verantworten", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Die jüngsten deutsch-französischen Vorschläge seien nicht viel mehr als Kosmetik und stellten damit keine akzeptable Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Europa dar.

Nach Informationen des NABU sehe der aktuelle Vorschlag vor, auf die Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion weitgehend zu verzichten und bei den Marktordnungen den Status Quo nicht anzutasten. Besonders der faktische Verzicht auf eine Entkopplung der Tierprämien schreibe die bisherige Benachteiligung des Grünlandes fort. Der notwendige Einstieg in eine einfachere und naturverträglichere Grundförderung durch eine einheitliche

Flächenprämie werde damit unmöglich gemacht. "Der NABU erwartet von Bundesministerin Künast und ihren Kollegen im Agrarministerrat, dass sie sich in der kommenden Woche konsequent für eine Reform zur Förderung des ländlichen Raums sowie des Umwelt- und Verbraucherschutzes einsetzen", so Billen weiter.