79 internationale NGO fordern umfassendes NATO-Mandat für Afghanistan

Aufruf zur Sicherheit

CARE International und 78 private Entwicklungs- und Menschenrechts-Organisationen (darunter Oxfam, Human Rights Watch und Save the Children) fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, ein umfassendes NATO-Mandat zur Wahrung der Sicherheit in Afghanistan zu verabschieden. Die NATO wird ab dem 10. August federführend für die internationale Sicherheitspolitik in Afghanistan verantwortlich sein.

In dem Brief "Afghanistan: Aufruf zur Sicherheit", der gestern an die Vereinten Nationen in New York und Regierungsvertreter in ganz Europa ging, drängen die Organisationen darauf, das Mandat der Internationalen Sicherheitskräfte (ISAF) unter Leitung der NATO auf Transportwege und Schlüssel-Standorte außerhalb von Kabul auszuweiten. Nur so könne nachhaltig Sicherheit und Frieden im Land wiederhergestellt werden - Grundvoraussetzung für dringend benötigte Entwicklung.

"Langfristig wünschen wir uns eine Sicherheitslösung unter afghanischer Leitung", sagt Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von CARE Deutschland. "Wir wissen jedoch alle, dass es viel Zeit braucht, um eine einsatzfähige afghanische Polizei oder Armee aufzubauen. Bis dahin liegt es in der Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, Sicherheit für die Menschen in Afghanistan zu gewährleisten."

"Wir wissen, dass es teuer und riskant ist, diese Sicherheit herzustellen", so Roßbach. "Wir wissen allerdings auch, dass es für die internationale Gemeinschaft bei weitem kostspieliger und riskanter sein wird, das wachsende Sicherheitsproblem in Afghanistan weiter zu ignorieren." Die Organisationen fürchten, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan weiter drastisch destabilisieren wird und diese nicht nur jegliche Entwicklung im Land, sondern auch die Wahlen im Jahr 2004 behindert.