Bundesstiftung förderte kirchliche Umweltprojekte mit 59 Millionen Euro

Umweltschutz unterm Kirchendach

Der Erfolg des Förderprogramms "Kirchengemeinden für die Sonnenenergie" hat alle Beteiligten überwältigt. Letztlich nahmen 714 an diesem ursprünglich auf 300 Gemeinden begrenzten Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) teil. 930 Anträge gingen in der DBU-Geschäftsstelle ein, über 13 Millionen Euro Fördergelder stellte die Umweltstiftung bereit. Auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin fand das Projekt seinen Abschluss. Mit dem innovativen Ratgeber "Kirchengemeinden für die Sonnenenergie" sollen auch künftig interessierte Gemeinden Wege zur erneuerbaren Energie finden.

"Insgesamt hat die DBU in den zwölf Jahren seit ihrem Bestehen 945 kirchliche Umweltprojekte mit über 59 Millionen Euro gefördert", sagte der Generalsekretär der DBU Fritz Brickwedde. "Wir haben dieses Projekt ins Leben gerufen, um die Vorbildwirkung der Kirchen auf ihre Mitglieder zugunsten der erneuerbaren Energien zu nutzen", so Brickwedde. An jeder geförderten Anlage habe man eine digitale Schautafel installiert, auf der neben den aktuellen auch der Gesamtertragswert der Solaranlage ablesbar sei.

Doch das DBU-Engagement habe sich im kirchlichen Umfeld nicht auf dieses Programm beschränkt. Schon kurz nach Gründung der Stiftung, im Rahmen des Sofortprogramms für die ostdeutschen Bundesländer, habe man elf Kirchen mit jeweils über einer Million Euro gefördert, um den Erhalt der wertvollen Baudenkmäler zu gewährleisten. Ähnliches habe die DBU nach dem verheerenden Sommer-Hochwasser des letzten Jahres organisiert: 15 kirchliche Bauwerke habe man mit einer Summe von 1,13 Millionen Euro gefördert.

Mit über 300.000 Euro unterstützte die DBU die Einrichtung der "Clearing-Stelle Kirche und Umwelt" an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern (Bayern). "Hier wird der Informationsaustausch zwischen den einzelnen kirchlichen Einrichtungen zugunsten des Ziels der nachhaltigen Entwicklung koordiniert", so Brickwedde. Die Clearingstelle trage dazu bei, aus christlicher Schöpfungsverantwortung heraus grundlegende Impulse zu vermitteln und unter anderem der Deutschen Bischofskonferenz fachliche Hilfestellung zu geben. Kirchliche Einrichtungen und Gruppierungen erhalten hier Beratung im Umweltschutz.

Die Arbeitsgemeinschaft Kirchliches Umweltmanagement (KATE), Stuttgart, koordiniert das kirchliche Umweltmanagement von katholischer und evangelischer Seite. Umweltschutz kennt keine Konfessionen oder Grenzen. Nur gemeinsam kann es gelingen, nachhaltig positive Effekte zu erzielen", sagte Brickwedde.

KATE wolle eine breite Verankerung des Umweltschutzes im kirchlichen Alltag erreichen. Ziel sei eine Einsparung von sieben Prozent beim Energieverbrauch und acht Prozent beim Abwasser. Bei Büromaterial wolle man sogar zwölf Prozent erreichen. 16 verschiedene Modellprojekte sollen vorbildhaft arbeiten und deren Ergebnisse dann mit Hilfe von Beratungen, Vorträgen und Öffentlichkeitsarbeit strukturell und dauerhaft in den Kirchen verankert werden. Die DBU unterstützt dieses Vorhaben mit über 500.000 Euro.