Dieselrußfilter für alle Neufahrzeuge gefordert

Schaden für Umwelt und Käufer

Zum Tag der Umwelt haben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf die gravierenden Gefahren für Gesundheit und Umwelt durch hohe Rußemissionen von Diesel-Fahrzeugen aufmerksam gemacht. Sie forderten die deutsche Autoindustrie auf, alle neuen Dieselfahrzeuge mit einem Rußfilter auszustatten. ?Mit ihrer Blockadehaltung manövriert sich die angeblich so fortschrittliche deutsche Autoindustrie zunehmend ins Abseits?, so vzbv-Vorstand Edda Müller. Es sei davon auszugehen, dass - ähnlich wie bei der Einführung des Katalysators - der Gebrauchtwagenpreis für Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter drastisch einbrechen werde. Daher würden die Unternehmen mit ihrer kurzsichtigen Politik nicht nur der Umwelt und der Gesundheit der Verbraucher, sondern auch ihren Mitarbeitern und Aktionären schaden. Durch den Einbau von Rußfiltern können die Partikelemissionen fast vollständig reduziert werden.

"Während inzwischen sechs Automobilunternehmen aus Frankreich, Italien und Japan ihre Diesel-Modelle serienmäßig mit Partikelfilter anbieten, kann man bisher keinen einzigen deutschen Pkw mit Rußfilter bestellen", berichtet Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Bereits seit 2000 seien Rußfilter in europaweit über 400.000 Fahrzeugen erfolgreich im Einsatz. Der Verweis der Unternehmen auf die Kosten in Höhe von etwa 300 Euro sei lächerlich, wenn man bedenke, dass manche Mittel- und Oberklassenmodelle halb so viel kosten wie ein kleines Reihenhaus. Zugleich werde jeder erdenkliche Komfort bereits im Kleinwagen eingebaut, auf das für die Gesundheit und die Umwelt Notwendigste jedoch verzichtet. Die deutsche Autoindustrie müsse ihre Blockade jetzt endlich beenden.

An die Politik richten vzbv und VCD die Forderung, sich für die zügige Einführung einer Euro 5-Norm mit strengeren Abgasgrenzwerten für Diesel-Fahrzeuge einzusetzen und die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern baldmöglichst steuerlich zu begünstigen. Die Verbraucher fordern die beiden Verbände auf, ab sofort nur noch Dieselfahrzeuge mit Rußfilter zu kaufen, um den Druck auf die deutsche Autoindustrie zu erhöhen und sich selbst vor finanziellen Schäden durch rapide sinkende Wiederverkaufswerte von Fahrzeugen ohne Filter zu schützen.

Bereits im November 2002 gründete sich die Allianz "Kein Diesel ohne Filter", um auf die wachsenden Umwelt- und Gesundheitsgefahren verkehrsbedingter Partikelemissionen hinzuweisen und Druck auf Automobilindustrie und Politik zur verbindlichen Einführung des Dieselrußfilters auszuüben. Die Allianz ist ein breites Aktionsbündnis aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Verkehrs- und Automobilclubs, Gesundheitsexperten und Kinderschutzorganisationen.

Laut Sachverständigenrat für Umweltfragen ist Dieselruß das gravierendste Problem der Luftverschmutzung. Die feinen Rußpartikel aus Dieselabgasen sind so klein, dass sie durch die Lunge ins Blut dringen und so nicht nur Krebs, sondern auch Asthma, Allergien und Kreislaufbeschwerden verursachen. Nach Angaben des Umwelt- und Prognoseinstituts sterben allein in Deutschland jährlich 8000 Menschen indirekt durch die Belastung durch Rußpartikel. Besonders Kinder sind den Abgasen - mit der höchsten Konzentration in einer Höhe von bis zu 1,5 Metern - schutzlos ausgesetzt. Der Anteil von Diesel-Fahrzeugen in Deutschland ist von 2 Prozent im Jahr 1980 auf heute fast 40 Prozent gestiegen. Neben den gesundheitlichen Gefahren tragen die Partikelemissionen zur Verstärkung des Treibhauseffektes bei.

Eine Übersicht aller derzeit auf dem Markt verfügbaren Kfz-Modelle mit Dieselrußfilter bietet der vzbv online an.