Aktionäre kritisierten Post

"Unsoziale Personalpolitik"

Lohndumping und ungezügelte Vernichtung von Arbeitsplätzen werfen kritische Aktionäre dem Vorstand der Deutschen Post AG vor. Zur Hauptversammlung des Unternehmens am heutigen Donnerstag in Köln hat der Dachverband der Kritischen Aktionäre beantragt, den Kapitalvertretern im Aufsichtsrat und dem Vorstand wegen „unsozialer Personalpolitik“ die Entlastung zu verweigern.

"Die Beschäftigten in den Filialen der Deutschen Post verdienen heute im Durchschnitt nur noch 22.000,- Euro pro Jahr, obwohl es vor kurzem noch 34.000,- Euro waren", beklagt der Geschäftsführer des Dachverbands, Henry Mathews. Diesem Lohndumping wolle der Vorstand nun die Krone aufsetzen, in dem er mehr als tausend Post-eigene Filialen durch sogenannte Quelle-Shops ersetze, in denen prekär Beschäftigte nur noch eine Stunde pro Tag einen Notdienst für die Bevölkerung aufrecht erhalten sollten.

Auch den flächendeckenden Abbau von Briefkästen wollen die kritischen Aktionäre in der Hauptversammlung am Donnerstag in der KölnArena anprangern. Der Post-Vorstand schraube alle Leistungen auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß herunter, kritisiert Mathews. Auch von der Bundesregierung fordert er ein Umdenken. Statt der Post Rückendekung zu geben, müsse sie die vorhandenen Arbeitsplätze und die flächendeckende Post-Versorgung zu garantieren.