Bauer hat noch Interesse an KirchMedia

Nach Saban

Nachdem der Verkauf der KirchMedia an den US-Milliardär Haim Saban geplatzt ist, zeigt der Heinrich Bauer Verlag wieder Interesse an dem insolventen Medienunternehmen. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, habe Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der Bauer Verlag werde demnach zwar kein neues Angebot stellen, aber auch "mit Sicherheit die Tür nicht zuschlagen", so die SZ. Das Hamburger Verlagshaus sei in einer abwartenden Rolle. Der von den Banken vorbereitete "Plan B" sieht vor, die KirchMedia vorerst nicht zu verkaufen. Erst in zwei bis drei Jahren solle ein neuer Investor gesucht werden.

Der Bauer Verlag war Ende vergangenen Jahres noch der Favorit im Rennen um die Übernahme der Kirch-Gruppe. Anfang des Jahres hatte sich aber Saban überraschend gegen Bauer durchgesetzt. Der Verlag zog sich aus dem Bieterverfahren zurück, weil er sich nicht an einer preistreibenden Auktion beteiligen wollte. Zudem sahen auch die deutschen Medienwächter Probleme bei einer Übernahme durch Bauer, weil das Unternehmen bereits mit 31,5 Prozent an RTL 2 beteiligt ist. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) sah darin eine bedenkliche Verflechtung der beiden größten privaten TV-Gruppen in Deutschland. Dies begünstigte unter anderm auch die Entscheidung für Saban.